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Freiwillige Maßnahmen weiterhin unterstützen

Gewässerschutzkooperation zur Dümmersanierung

Naherholungs- und Feriengebiet, Naturpark mit artenreicher Tier- und Pflanzenwelt sowie schützenswerten Naturräumen, aber auch eine stark landwirtschaftlich geprägte Region – all das ist der Dümmer See. Vielerlei Interessen sind dort miteinander zu vereinbaren, über allem aber steht die Verbesserung und Sicherstellung seiner Wasserqualität.

Zum Schutz der Ökologie der Dümmerregion wurde 2013 der Rahmenentwurf zur Dümmersanierung von der Landesregierung beschlossen. Da in dessen Umsetzung auch die Landwirte der Region stark eingebunden sind, wurde mit ihnen, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), dem Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), dem Osnabrücker Landvolk, dem Landkreis Osnabrück und dem Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV 70) die Gewässerschutzkooperation Dümmer/Obere Hunte gegründet. 10 Kooperationsteilnehmer vertreten dabei die Landwirte der Dümmerregion. Heute nehmen rund 120 Betriebe die Beratung durch die Bezirksstelle Osnabrück der LWK bei der Umsetzung freiwilliger Gewässerschutzmaßnahmen (FV) in Anspruch.

Dabei steht die gewässerschonende Anwendung von Wirtschaftsdünger und die Herstellung von Gewässerrand- sowie Erosionsschutzstreifen im Vordergrund der Bemühungen. Gerade der Faktor Erosion spielt beim Eintrag von Phosphor in Gewässer eine große Rolle. Der Erosionsschutz soll daher auch bei der Art der Bodenbearbeitung berücksichtigt und nach Auffassung der Landwirte stärker gefördert werden. Auch wurde in der jüngsten Sitzung der Kooperation vorgeschlagen, die Gülleseparation zur Phosphor-Reduzierung zu fördern. Entsprechend neuer Erkenntnisse und Entwicklungen plant die Kooperation, dem Niedersächsischen Umweltministerium einen neuen Grundlagenkatalog vorzulegen.

Denn für die Umsetzung der Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässergüte werden die Landwirte im Rahmen der Gewässerschutzkooperation vom Landesumweltministerium anhand dieses Katalogs gefördert. In den Jahren 2017 und 2018 stellte das Ministerium hierfür jeweils 150.000 Euro zur Verfügung, seit 2019 waren es jährlich 250.000 Euro, ab 2022 liegt noch keine Förderzusage vor; allerdings sind die die landwirtschaftlichen Gremien mit dem Ministerium diesbzgl. im Gespräch, um die weitere Förderung sicherzustellen – nicht zuletzt unterstützt vom Unterhaltungsverband Obere Hunte.

Ihm obliegen satzungsgemäß unter anderem die Landschaftspflege, der Schutz des Naturhaushaltes und die Unterhaltung der Gewässer im Einzugsgebiet des UHV70 bis einschließlich Bornbach (alt). Er ist damit ein wichtiger Partner in der Gewässerschutzkooperation. Im Dialog mit Landwirtschaft und Naturschutz setzt er in seinem Verbandsgebiet nachhaltige gewässerbauliche Maßnahmen um. Dazu zählen neben der Schaffung von Gewässerrandstreifen auch Renaturierungsmaßnahmen, wie sie etwa am Wimmerbach und an der Hunte nördlich Bohmte erfolgt sind. Außerdem ist der UHV 70 Partner der Gemeinden Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln, die sich 2013 verpflichtet haben, ihre Kompensationsmaßnahmen aus der Bauleitplanung an die Gewässer zu legen. Damit kommen diese Maßnahmen mittelbar und unmittelbar der Dümmersanierung zugute.

​​​​​​​Zur Sache: Blaualgenblüte und Phosphoreintrag

Seit seiner Eindeichung in den 1950er Jahren hat sich der Dümmer See immer mehr zum touristischen Anziehungspunkt mit großem Einzugsgebiet entwickelt. Doch schon seit langem beeinträchtigt die Blaualgenblüte in trauriger Regelmäßigkeit das Freizeitvergnügen. Und nicht nur das: Beim Absterben der Algen kommt es zu erhöhtem Verbrauch von Sauerstoff, der wiederum anderen Seebewohnern fehlt. Fischsterben ist die Folge.

Immer längere, heißere und niederschlagsärmere Sommer tun ein Übriges, um durch starke Verdunstung und geringe Sauerstoffzufuhr die Wasserqualität des Dümmers zu beeinträchtigen. Schließlich misst der See bei einer Fläche von rund 13 Quadratkilometern an seiner tiefsten Stelle nicht einmal anderthalb Meter. Während die Wasserverweildauer, also der Zeitraum, in dem das Wasser einmal komplett ausgetauscht wird, beim Dümmer im Winter bei 45 Tagen liegt, sind es im Sommer rund 85 Tage. Anhand dieser Eckdaten wird deutlich, wie sensibel das ökologische Gleichgewicht des Gewässers und seiner Umgebung ist.

Hervorgerufen wird das Phänomen der Blaualgenblüte durch zu hohe Phosphorgehalte in dem flachen Gewässer. Grundsätzlich und nachhaltig ist das Problem somit nur über eine Reduzierung der Phosphoreinträge in den Dümmer zu lösen. Nur dadurch lassen sich langanhaltende Blaualgenmassenentwicklungen und das damit einhergehende Fischsterben bekämpfen

Der im Rahmenentwurf angestrebte Zielwert wurde daher bei maximal 3,8 Tonnen Phosphor pro Jahr festgeschrieben. Dabei soll durch Maßnahmen in der Landwirtschaft der Eintrag mittelfristig um 30 Prozent reduziert werden. Ein Auftrag, dem die Landwirte mit großem Engagement nachkommen: Die freiwilligen Gewässerschutzmaßnahmen wurden umgesetzt, die Mittel zu deren Förderung volllumfänglich abgerufen. Doch starke Niederschläge im Spätwinter führen immer wieder zu verstärktem Phosphor-Eintrag von den umliegenden Flächen, wie auch von den Flächen am Dümmer-Zufluss, der Hunte. So kam es beispielsweise 2020 durch eine anhaltende Regeperiode im Februar wiederum zum Anstieg des Phosphorgehaltes: Insgesamt lag der Phosphoreintrag im vergangenen Jahr bei 15 Tonnen.

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Renaturierung des Wimmerbachs für Gewässerwettbewerb nominiert

Expertenjury hat Gewässer in Lockhausen begutachtet

Die Maßnahme „Renaturierung des Wimmerbachs und Herstellung von Retentionsflächen“ ist in der engeren Auswahl von „Bach im Fluss – Der Niedersächsische Gewässerwettbewerb 2020“.  Am Mittwoch, 16. September, hat eine siebenköpfige Expertenjury das Projekt des Unterhaltungsverbandes (UHV) Nr. 70 „Obere Hunte“ im Bad Essener Ortsteil Lockhausen bereist.

Elf nominierte Projekte

„Das Projekt war eine der ersten Renaturierungsmaßnahmen des Unterhaltungsverbandes“, sagte Herman Steuwer, Verbandsvorsteher des UHV Nr. 70, bei der Begrüßung der Jury, die elf Projekte in ganz Niedersachsen begutachtet. Sie sind für die Niedersächsische Bachperle nominiert, die der Niedersächsische Umweltminister Olaf Lies in den Kategorien „Hauptamt“ und „Ehrenamt“ im November in Hannover überreicht. Das Projekt am Wimmerbach fällt in die Kategorie „Hauptamt“, da der UHV Nr. 70 mit Ingrid Vörckel seit 2015 eine Gewässerkoordinatorin beschäftigt.

Die Renaturierung des 700 Meter langen Abschnitts am Wimmerbach diene auch der Reduzierung der Nährstofffracht in den immer wieder von Blaualgen geplagten Dümmer Sees, erklärte Hermann Steuwer. Auch Uwe Bühning, Geschäftsführer des UHV Nr. 70, betonte, dass das Projekt „mit Blick auf die Dümmersanierung“ durchgeführt worden sei. Er verwies zudem darauf, dass die Bereitschaft, Flächen als Randstreifen für Revitalisierungen von Abschnitten der Gewässer II. und III. Ordnung bereitzustellen, immer größer werde. „Das Bewusstsein in der Bevölkerung hat sich geändert“, so Bühning.

In 1960er-Jahren begradigt

Ingrid Vörckel präsentierte der Jury das Projekt und seine positiven Auswirkungen auf Flora und Fauna. So wachsen etwa viele Erlen an dem umgestalteten Abschnitt. „Dabei haben wir gar keine Erlen gepflanzt. Sie haben sich praktisch selbst gepflanzt“, sagte Vörckel.

Auf Fotos zeigte sie den gerade verlaufenden Wimmerbach, wie er im umgestalteten Abschnitt vorher aussah. Das Gewässer wurde in den 1960er-Jahren in seinem gesamten Verlauf begradigt und mit einem durchgängigen Trapzeprofil ausgestattet. Zusätzlich wurden im Einzugsgebiet zahlreiche kleine Gräben geschaffen, um die Flächen ackerbaulich nutzen zu können.

Die EG-WRRL (Wasserrahmenrichtlinie) bescheinigt dem Wimmerbach ein schlechtes ökologisches Potential. Das Gewässer II. Ordnung, das ca. 17 Prozent der gesamten Wassermenge des Dümmer Sees liefert, leidet an einer zu hohen Nährstoffzufuhr. 2016 wurde die ausgerechnete Zielfracht von Phosphor in den Dümmer um 200 Prozent überschritten (2,1 statt 0,67 Tonnen/Jahr).

Bereits im Rahmen der Flurbereinigung Harpenfeld konnten in den 1980er-Jahren auf einer Strecke von rund 1.100 Metern Randstreifen mit einer Breite von 12,5 Metern gesichert werden. So konnten Bermen und Gehölzpflanzungen angelegt werden. Der Wimmerbach behielt jedoch seine monotone und breite Gewässersohle, was insbesondere bei Niedrigwasser im Sommer zu Algenbildungen führte.

Renaturierung 2017

Zwischen Februar und April 2017 revitalisierte der UHV den Abschnitt des Wimmerbachs nördlich der Ippenburg und schuf dort ein Retentionsvolumen (Überflutungsflächen). Um beidseitig Sekundärauen entstehen zu lassen, wurden mehrere tausend Kubikmeter Erde abgefahren. Gleichzeitig wurde eine schmale Niedrigwasserinne ausgebildet. Der Ausbau erfolgte durch den Einbau von Steinen, da ein Einbau von Faschinen (Reisig- bzw. Rutenbündel) aufgrund der Bodenverhältnisse (Treibsandvorkommen) nicht möglich war. Die Ausläufe der Dränagen wurden vom Wimmerbach in die neu entstandenen Sekundärauen verlegt, um den direkten Nährstoffeintrag zu reduzieren. Gleiches gilt auch für den Eintrag über Abschwemmung. Zur Erhöhung der Strukturvielfalt im Gewässer wurden Totholzeinbauten ergänzt. Die Gewässerunterhaltung erfolgt seitdem nur noch beobachtend.

Positiver Effekt für Dümmersanierung

Der wichtigste Effekt der Renaturierung ist die Reduzierung der Nährstoffzufuhr in den Dümmer und damit der Beitrag zur Dümmersanierung. Ein Studierender der Leibniz Universität Hannover untersuchte die Wimmerbach-Maßnahme im Jahr 2018 für seine Masterarbeit. Das Ergebnis zeigte, dass die beidseitigen Sekundärauen und der kleinräumig verlegte bzw. verengte Verlauf des Fließgewässers die Nährstoffe wie insbesondere Phosphor zurückhält.

Die Neugestaltung des Gewässers schafft darüber hinaus Lebensräume für Tiere und Pflanzen, was den Forderungen der EG-WRRL (Wasserrahmenrichtlinie) entspricht. Außerdem wurde mit den Retentionsflächen Hochwasserschutz geschaffen.

Die Renaturierung ist die erste umgesetzte Maßnahme im Rahmen der Dümmervereinbarung. Darin haben sich drei Gemeinden im Einzugsgebiet des Dümmer Sees (Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln) verpflichtet, ihre Kompensationsmaßnahmen aus der Bauleitplanung an die Gewässer zu legen. Die Vereinbarung wurde zudem vom UHV und vom Landkreis Osnabrück unterschrieben. Weitere finanzielle Mittel stammen aus der Beteiligung der Windparks Ippenburg und Osterwiehe, für die Ersatzretentionsräume geschaffen werden mussten.

Der Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ findet 2020 zum sechsten Mal statt. Träger sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens. Die Gewinner*innen des Wettbewerbs werden bei der Preisverleihung November in Hannover ausgezeichnet.

Erfahren Sie hier, was das "Wittlager Kreisblatt" über das Thema schreibt.


Starkregen 2010 betraf auch den Unterhaltungsverband

Mitarbeiter kämpften gegen die Folgen von Tief „Cathleen“

An den 26. und 27. August 2010 können sich viele Einwohner in unserem Verbandsgebiet sehr gut erinnern. Denn das Tief „Cathleen“ sorgte für einen noch nie dagewesenen Starkregen, der das Fassungsvermögen von Gewässern und Abwasserrohren überreizte. Die Wassermassen drangen in Keller und Erdgeschosse und überfluteten Straßen. Das bedeutete für die Einwohner in den vom Hochwasser betroffenen Ortsteilen Stress und einen hohen materiellen Schaden. In Wehrendorf drohte zudem der Damm des Regenrückhaltebeckens zu brechen, weshalb die Anwohner vorsorglich evakuiert werden mussten.

Mitarbeiter des Wasserverbands Wittlage und des Unterhaltungsverbands Nr. 70 „Obere Hunte“ waren damals wegen des Hochwassers die ganze Nacht über im Einsatz. So holte der UHV Treibsel aus den Gewässern, die das Weiterfließen des Wassers etwa an Kulturstauanlagen verhinderten. Zudem gerieten Schutt und Schrott aus den Gewässern auf die Straßen und mussten weggeräumt werden. Auch in den Klärwerken arbeiteten die Mitarbeiter rund um die Uhr auf Hochtouren. Dort kam mehr Wasser an als die Pumpwerke aufnehmen konnten. Auch die Regenrückhaltenbecken konnten die großen Mengen an Niederschlag kaum noch aufnehmen.

Extreme Wetterereignisse nehmen in den letzten Jahren stetig zu. Während 2017 und in den Jahren davor vor allem Starkregenereignisse mit erheblichen Auswirkungen zu verzeichnen waren, folgten 2018, 2019 und auch 2020 Trockenjahre. Die Klimaforschung prognostiziert aufgrund der Klimaveränderung eine Zunahme solch extremer Wetterereignisse. Regionale klimatische Veränderungen werden somit wahrscheinlicher, darunter Hitzeextreme und lange Trockenheit sowie die Zunahme der Häufigkeit, Intensität und/oder Menge an Starkniederschlägen. Laut einer Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) erwartet die Mehrzahl der kommunalen Abwasserentsorger eine zunehmende Belastung bis potentielle Überforderung ihrer Entwässerungssysteme infolge der Klimaänderung.

Der UHV wirkt den Folgen von Starkregenereignissen entgegen, indem er Renaturierungsmaßnahmen an den Gewässern in seinem Verbandsgebiet realisiert und breitere Uferrandstreifen anlegt, die das Hochwasser zurückhalten. Das trägt gleichzeitig zum Naturschutz und zur Dümmersanierung bei.

 


Rekord: Vier neue Auszubildende

Das ist Rekord: Vier Auszubildende starten beim Wasserverband Wittlage und Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV) in ihr Berufsleben. So viele waren es noch nie. Neu ist zudem, dass auch der UHV zum Ausbilder wird.

Die vier jungen Herren unterstützen die Verbände künftig dabei, dass sowohl Wasser als auch Maschinen reibungslos laufen. Til Eickhorst strebt beim Wasserverband den Abschluss zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik an. Sein Arbeitsfeld sind Brunnen, Wasserwerke, Druckerhöhungsstationen, Grundwassermessstellen und Rohrleitungen, also die Anlagen, durch die qualitativ hochwertiges Trinkwasser in die Haushalte fließt.

Für die Säuberung des Wassers ist Lennart Fietz zuständig, der sich für die Ausbildung zur Fachkraft für Abwassertechnik entschieden hat. Damit gehört er zu den Mitarbeitern des Wasserverbands, die die Abläufe in den Entwässerungsanlagen überwachen, steuern und dokumentieren.

Der Auszubildende Niklas Prokott schließt als Tiefbaufacharbeiter mit dem Schwerpunkt Rohrleitungsbau beim WV Wittlage Trinkwasserleitungen an Haushalte an und sorgt bei Kanalbauarbeiten für dichte Abwasserrohre. Zudem erneuert er Fußwege und Straßen. Denn der Baubetriebshof übernimmt für die fünf Mitgliedsgemeinden Bad Essen, Bohmte, Ostercappeln, Belm und Bissendorf unter anderem die Erstellung, Unterhaltung und Erhaltung gemeindlicher Anlagen.

Erster Auszubildender beim UHV

Bendix Hörsemann ist der erste Auszubildende in der fast 60-jährigen Geschichte des UHV. Als Land- und Baumaschinenmechatroniker widmet er sich mit seinen Kollegen in der Werkstatt des Verbands in Rabber der Wartung, Reparatur und Pflege des gesamten Fuhrparks.

Die Auszubildenden freuen sich darauf, ihr Handwerk von der Pike auf zu lernen. So auch Niklas Prokott, für den die zweite Ausbildung beim Wasserverband beginnt. Begonnen hat er vor drei Jahren als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik, dann aber gemerkt, dass „mir der Tiefbau besser liegt“.

Menschlichkeit zählt

Für eine Anstellung zähle, dass jemand menschlich und kollegial überzeuge, sagt Wilhelm Tiemeyer, der als Ausbilder sowohl für den angehenden Tiefbaufacharbeiter als auch für den zukünftigen Wasserversorgungstechniker zuständig ist. Und was erwarten die Ausbilder von ihren neuen Kollegen? „Dass sie sich gut integrieren, pünktlich sind und Interesse an ihrer Arbeit haben“, so Tiemeyer, der selbst seit 25 Jahren beim WV Wittlage arbeitet. Außerdem sei Sauberkeit wichtig. „Das ist gerade beim Wasser wichtig, unserem Lebensmittel Nummer 1“, betont Tiemeyer.

Weitere Ausbilder sind Thorsten Schreck (Fachkraft für Abwassertechnik) und Hermann Schröder (Land- und Baumaschinenmechatroniker). Bendix Hörsemanns Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Die anderen Lehrlinge machen in drei Jahren ihren Abschluss.

Interesse an einem Job, einer Ausbildung oder einem Praktikum bei uns? Mehr Infos gibt es unter dem Menüpunkt "Karriere" auf der Seite des Wasserverbands Wittlage.

 


Renaturierung des Neuen Oberen Kanals in Brockhausen

Umgestaltung dient Naturschutz und Dümmersanierung

Der Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV) hat ein 130 Meter langes Teilstück des Neuen Oberen Kanal renaturiert. Das ist nicht nur gut für den Naturschutz, sondern auch für den Dümmer, in den das revitalisierte Gewässer über den Wimmerbach und die Hunte fließt.
(Gelangen Sie hier zur Renaturierungsmaßnahme Neuer Oberer Kanal)

Das Ergebnis lässt den noch bis vor Kurzem schnurgerade verlaufenden Kanals nördlich von Brockhausen ganz anders aussehen: Neben dem abgeflachten Ufer locken blühende und duftende Blumen die Bienen an. Der Übergangsbereich zwischen Land und Wasser wurde vergrößert, so dass ein drei Meter breiter Randstreifen zwischen dem Neuen Oberen Kanal und dem angrenzenden Acker entstanden ist. Insgesamt nehmen Gewässer, Ufer und Randstreifen eine Breite von zehn Metern ein.

Mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere

Gewässerkoordinatorin Ingrid Vörckel ist beim UHV für die Revitalisierung von Gewässern zuständig. Sie sorgt dafür, dass gerade Ufer wieder „krumm und schief“ werden, wie sie es ausdrückt. Im Fall des Neuen Oberen Kanals sind die Mitarbeiter des UHV mit Baggern angerückt und haben das Ufer vergrößert und abgeflacht. Das wirkt Überflutungen bei Starkregenfällen entgegen, da das Wasser mehr Retentionsfläche zur Verfügung hat.

„Durch den größeren Übergangsbereich zwischen dem aquatischen und terrestrischen Bereich eignet sich das neu gestaltete Gewässer als Lebensraum für mehr Pflanzen- und Tierarten“, sagt Ingrid Vörckel. Der vergrößerte Randbereich reduziert zudem die Nährstoffeinträge der nahe gelegenen Ackerflächen, die als stark abschwemmungsgefährdet gilt. Das wiederum dient der Dümmersanierung. Denn in ihrem Zuge ist insbesondere der Eintrag von Phosphor in allen Gewässern des Einzugsgebietes des Sees zu reduzieren.

Nutzen für Dümmer ist erwiesen

Finanziert wurden der Flächenerwerb und die Umsetzung der Maßnahme über den Kompensationspool Dümmer/Obere Hunte, der vom UHV verwaltet wird. „Dadurch können die Gewässerentwicklungsmaßnahmen durch der Kompensationsbedarf der Gemeinden im Wittlager Land, die beispielsweise durch die Ausweisung von Baugebieten entstehen, bedient werden“, erläutert Uwe Bühning, Geschäftsführer des UHV.

„Die sichtbaren Erfolge der Maßnahmen und der Nutzen für den Dümmer bestärken uns noch einmal mehr darin, unsere Arbeit fortzusetzen“, sagt Hermann Steuwer, Verbandsvorsteher des UHV. Denn dass die Revitalisierungsmaßnahmen des Unterhaltungsverbands dem Phosphor- und Sedimentrückhalt des Dümmers dienen, ist wissenschaftlich belegt. Ein Studierender der Leibniz Universität Hannover untersuchte von Herbst 2017 bis Sommer 2018 in seiner Masterarbeit den Zusammenhang am Beispiel des 2017 revitalisierten Wimmerbachs. Das Ergebnis zeigte, dass die beidseitig angelegten Sekundärauen und der kleinräumig verlegte bzw. verengte Verlauf des Fließgewässers tatsächlich Nährstoffe zurückhalten.

Auch das "Wittlager Kreisblatt" hat über die Maßnahme berichtet.

Anschrift

Unterhaltungsverband Nr. 70 "Obere Hunte"
Im Westerbruch 67
49152 Bad Essen

Verbandsvorsteher: Hermann Steuwer
Geschäftsführer: Uwe Bühning

Kontakt

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Fax +49 5472 9443-30
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