Maßnahmen

Renaturierung Neuer Oberer Kanal in Brockhausen

Der Neue Obere Kanal wurde bei Flurbereinigungen mit ein- bzw. beidseitiger Gehölzbepflanzung und sehr geringem Sohlgefälle angebaut. Das Gewässer dient als Hauptvorfluter für die Ortschaft Brockhausen und zur Entwässerung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Es mündet östlich des Brockhauser Wegs in den Wimmerbach.

Durch die Anlage von Bermen und Uferabflachungen wurde der Neue Obere Kanal nördlich von Brockhausen / am Rabber Kirchweg revitalisiert. Dadurch, dass ein größerer Übergangsbereich zwischen Wasser und Land geschaffen wurde, eignet sich das neu gestaltete Gewässer als Lebensraum für mehr Pflanzen- und Tierarten. Der vergrößerte Randbereich des Gewässers reduziert Nährstoffeinträge der nördlich gelegenen Ackerfläche, die als stark abschwemmungsgefährdet gilt. Das nutzt auch der Dümmersanierung. Denn in ihrem Zuge muss der Nährstoffeintrag in allen Gewässern seines Einzugsgebiets reduziert werden. Die Anlage von Bermen und die Vergrößerung des Abflussquerschnitt fördert zudem die Ablagerung von Nährstoffen bei höheren Wasserständen infolge von Niederschlagsereignissen.

Der Flächenerwerb sowie die Umsetzung der Maßnahme erfolgte über den Kompensationspool Dümmer/Obere Hunte. Dieser wird vom Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ verwaltet. Dadurch können die Gewässerentwicklungsmaßnahmen durch den Kompensationsbedarf der Gemeinden im Wittlager Land, die beispielsweise durch die Ausweisung von Baugebieten entstehen, bedient werden. 

Neuer Lebensraum für Uferschwalben in Venne

Die nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Uferschwalbe ist in Venne heimisch geworden. Die Vögel nisten in einem Sandhügel, der bei den Baggerarbeiten für das nebenliegende Regenrückhaltebecken entstand. Das Becken nimmt das Regenwasser des gegenüber der B 218 ansässigen Werkes von Häcker Küchen auf und führt es Richtung Strothbach ab. Bevor der Sand abgefahren werden konnte, begannen im Frühjahr 2019 entlang der Abbruchkante Uferschwalben zu nisten. Gemeinsam mit dem Wasserverband Wittlage hat sich der Unterhaltungsverband Nr. 70 "Obere Hunte" dazu entschieden, den Hügel zu erhalten. Die Maßnahme ist Teil der Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Entstehung des gegenüberliegenden Gewerbegebietes.

Die Uferschwalbe (Riparia riparia) gehört zur Familie der Schwalben, kommt jedoch seltener in Deutschland vor als die ebenfalls zur Familie gehörenden Mehl- und Rauchschwalben. Als kleinste europäische Schwalbenart misst die Uferschwalbe eine Länge von ca. 12 cm und wiegt etwa 14 g. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen sind an der Oberseite dunkelbraun bis grau und an der Unterseite mit Ausnahme des Brustbandes und der Brustseiten weiß.

Der natürliche Lebensraum ist der Prallhang an Gewässern. Uferschwalben benötigen steile Abbruchkanten, um ihre Nester in Brutröhren zu bauen. Bevorzugt werden diese in Gewässernähe, also dort, wo es genug Nahrung wie Insekten gibt. Solche Bedingungen finden sich jedoch in der heutigen Kulturlandschaften immer seltener. Der Gewässerausbau im Wittlager Land im 20. Jahrhundert hat zu einem völligen Verschwinden dieser Lebensräume geführt. Künstliche Habitate wie dieser Sandhügel sind die beste und einzige Möglichkeit den Lebensraum in diesem Gebiet wiederherzustellen. Zusätzlich zu dem Sandhügel wurden zwei Steinhaufen als Lebensraum für andere Tierarten (z. B. Eidechsen) geschaffen.

Anschrift

Unterhaltungsverband Nr. 70 "Obere Hunte"
Im Westerbruch 67
49152 Bad Essen

Verbandsvorsteher: Hermann Steuwer
Geschäftsführer: Uwe Bühning

Kontakt

Telefon +49 5472 9443-0
Fax +49 5472 9443-30
E-Mail uhv@i-like-no-spam.uhv70.de

Öffnungszeiten

Montag - Donnerstag 7:30 - 16:30 Uhr
Freitag 7:30 - 12:00 Uhr