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Land erhöht Fördermittel für den Gewässerschutz im Rahmen der Dümmersanierung

Zuwendungsvertrag mit dem Unterhaltungsverband „Obere Hunte“

Bad Essen. Der Dümmer ist das Sorgenkind unter den niedersächsischen Seen. Um sein ökologisches Gleichgewicht langfristig sicherzustellen, hat das Land Niedersachen vor knapp zehn Jahren einen 17-Punkte-Plan aufgestellt, der vor allem Maßnahmen zur Reduzierung der Nährstoffeinträge vorsieht. Landwirte, die dementsprechend wirtschaften, werden finanziell gefördert. In den vergangenen Jahren blieb die Förderung allerdings unter dem dafür berechneten Bedarf. Jetzt hat das niedersächsische Umweltministerium den vollen Fördersatz angesetzt und für die nächsten fünf Jahre eine Zuwendung von insgesamt 1,75 Millionen Euro zugesichert.

Die überhöhten Nährstoffeinträge, vor allem durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung im Einzugsgebiet des Dümmers, führen im Sommer immer wieder zu Blaualgenblüten und in deren Folge zu Fischsterben. Dabei fördern vor allem zu hohe Phosphorgehalte die Blaualgenentwicklung in dem flachen See. Daher zielt besagter 17-Punkte-Plan als Grundlage des Rahmenentwurfs zur Dümmersanierung vor allem auf die Reduzierung der Phosphoreinträge.

Diese Einträge erfolgen in erster Linie aus dem Einzugsgebiet der Hunte, die den Dümmer speist und zuvor überwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen durchfließt. So sind, neben einem zentralen Schilfpoldersystem und einer gewässerökologischen Landbewirtschaftung, auch zusätzliche flankierende Maßnahmen zu Gewässerentwicklung, Renaturierung und Hochwasserschutz im Einzugsgebiet des Dümmers Kernpunkte des Rahmenentwurfs.

Gewässerrandstreifen erhöhen Gewässergüte

Die landwirtschaftlichen Maßnahmen werden, ähnlich wie beim Trinkwasserschutz, über freiwillige Vereinbarungen mit den Landwirten umgesetzt. Diese wiederum werden auf Basis eines Zuwendungsvertrages vom Niedersächsischen Umweltministerium gefördert. Vertragspartner des Landes sind der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) und, als Maßnahmenträger, der Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV 70). Grundlage des Zuwendungsvertrages ist ein Schutz- und Beratungskonzept, welches mit der Gewässerschutzkooperation „Dümmer/Obere Hunte“ abgestimmt wurde. Dies sieht u. a. die Schaffung von Gewässerrandstreifen sowie weitere Maßnahmen zur Vermeidung von Bodenerosionen und damit zur Reduzierung des Phosphoreintrages vor. Die fachliche Begleitung erfolgt durch zwei Gewässerschutzberater der Landwirtschaftskammer.

Ursprünglich hatte die LWK als Vergütung für die freiwilligen Maßnahmen der Landwirte einen jährlichen Bedarf von 350.000 Euro ermittelt, tatsächlich aber mussten die Landesmittel aus haushaltspolitischen Erwägungen unter diesem Betrag bleiben. In den ersten Jahren wurden stattdessen jährlich 150.000 Euro bereitgestellt, von 2019 bis 2021 war diese Summe auf Betreiben der Akteure auf 250.000 Euro erhöht wurden – und nun wurde von Umweltminister Olaf Lies bis 2026 der jährliche Betrag von 350.000 Euro bewilligt.

Uwe Bühning, Geschäftsführer des UHV 70 als Maßnahmenträger, äußerte sich entsprechend freudig zum Bewilligungsbescheid: „Wir freuen uns, dass die Bedarfe der Kooperationspartner erkannt und berücksichtigt werden. Die Mittel sind gut angelegt, denn der Rahmentwurf zur Dümmersanierung hilft, Gewässerökologie und Nutzungsinteressen im Bereich des Dümmers zu verbinden und die Gewässergüte im Sinne von Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus nachhaltig zu verbessern. Nicht zuletzt folgen wir damit den verpflichtenden Zielsetzungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie, nach der für den Dümmer der gute ökologische Zustand zu erreichen ist.“

Die Unterzeichnung des Zuwendungsvertrages erfolgte durch Bernd Lehmann, Leiter der Betriebsstelle Sulingen des NLWKN, und UHV 70-Verbandsvorsteher Hermann Steuwer.

 

Ein Fluss, ein Schloss und ein Global Player

Kesseböhmer steigt in Kompensationsmaßnahme an Schloss Ippenburg ein

Bad Essen. Das Gelände ist hergestellt, die Hunte fließt wieder in ihren naturgemäßen Mäandern. Die große Renaturierungsmaßnahme, die von Philip Freiherr von dem Bussche an Schloss Ippenburg in Kooperation mit dem Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV 70) als Ersatzflächenpool realisiert wurde, hat bereits den ersten Partner gefunden: Die Firma Kesseböhmer hat hier für ihre geplante Unternehmenserweiterung in größerem Umfang Werteinheiten im Sinne des Naturschutzes erworben. Dafür setzt Philip von dem Bussche die Landschafts- und Artenschutzmaßnahmen auf seinen Flächen um.

Wie Geschäftsführer Oliver Kesseböhmer bei einem Termin auf Schloss Ippenburg mitteilte, plant sein Unternehmen eine erhebliche Erweiterung am Standort Dahlinghausen. Auf einer Fläche von 25.000 Quadratmetern soll in neueste Technologien zur Metallverarbeitung investiert werden. Damit ist die Firma Kesseböhmer gemäß Bundesnaturschutzgesetz dazu verpflichtet, den Eingriff in den Naturhaushalt auszugleichen. Dies erfolgt durch Erwerb von Werteinheiten im Ersatzflächenpool von Schloss Ippenburg.

Dort wurden auf dem etwa elf Hektar großen ehemaligen Parkplatzgelände die bislang begradigte Hunte und die sie umgebenden Nutzflächen nach Zielen des Landschafts- und Artenschutzes im vergangenen Halbjahr renaturiert. Es soll eine artenreiche Auenlandschaft mit hohem Naherholungswert entstehen. Regionstypische Gehölze und bienenfreundliche Saaten werden dabei zusätzlich den ökologischen Wert der Anlage erhöhen. Durch Einbindung in den Bad Essener Schlösserrundweg wird darüber hinaus der Erholungswert des neu geschaffenen Naturraumes unterstrichen.

Der UHV 70 ist dabei als Eigner der unmittelbar an der Hunte gelegenen Flächen sowie durch die bauliche Ausführung an der Maßnahme beteiligt. Er verknüpft in diesem Projekt seine hoheitlichen Aufgaben des Gewässerschutzes mit denen der Gewässerentwicklung. In diesem Sinne ist die Maßnahme eingebunden in die Dümmersanierung, bei der durch Verlangsamung der Fließgeschwindigkeit der Hunte der Phosphoreintrag in den Dümmer reduziert und damit die Gewässergüte von Fluss und See verbessert wird.

Für die Firma Kesseböhmer werden im Ippenburger Flächenpool auf etwa zehn Prozent der Flächen die Maßnahmen umgesetzt. – Ein beträchtlicher Anteil, aber, wie Oliver Kesseböhmer betont, durchaus auch ein Bekenntnis zum Wittlager Land. Tatsächlich hat das Unternehmen von den Anfängen in der Drahtkorbproduktion in den 1950er Jahren bis zu seinen heute internationalen Geschäftsbeziehungen in Lebensmitteleinzelhandel, Ladenbau, Möbel- und Automobilindustrie und mit weltweit derzeit insgesamt 4.000 Beschäftigen und 250 Auszubildenden immer ganz bewusst der Region und ihren Menschen die Treue gehalten.

Die Firma Kesseböhmer ist der erste Planungsträger, der in den Ippenburger Flächenpool „einsteigt“; weitere Anfragen liegen bereits vor, wie Philip von dem Bussche berichtet. Schließlich bietet das Projekt an der Hunte zahlreiche Vorteile: Neben der vom Landkreis genehmigten Realisierung ist dies vor allem die hohe Aufwertungsqualität, die durch die Entwicklung von Fließgewässern nach dem Osnabrücker Kompensationsflächenmodell gegeben ist – zumal bei einem so großen zusammenhängenden Gelände wie an der Hunte bei Schloss Ippenburg.

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Uwe Bühning zum Vizepräsidenten des Wasserverbandstages gewählt

Vertreter zweier Verbände

Bad-Essen/Hannover. Bei den jüngsten Wahlen des Präsidiums wurde Uwe Bühning, Geschäftsführer des Wasserverbandes Wittlage und des Unterhaltungsverbandes Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV70), zum Vizepräsidenten des Wasserverbandstages Bremen/Niedersachsen/Sachsen-Anhalt gewählt.

Der Wasserverbandstag ist der Interessenverband der Wasser-, Boden- und Zweckverbände der ihm angeschlossenen Bundesländer. Er wurde 1949 gegründet und vertritt heute die Interessen seiner rund 1.000 Mitglieder bei der Umsetzung ihrer Aufgaben rund um Gewässerunterhaltung, Gewässerentwicklung und Landschaftspflege, Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung, Hochwasser-, Küsten- und Grundwasserschutz. Er steht dabei in engem Austausch mit den Landesregierungen und den mit wasserwirtschaftlichen und umweltpolitischen Themen befassten Institutionen.

Als Geschäftsführer eines Wasserverbandes und eines Unterhaltungsverbandes kennt Bühning die Belange sowohl der Siedlungswasserwirtschaft wie auch der Gewässerunterhaltung. Eine Besonderheit, die ihn – neben seiner langjährigen Berufserfahrung und ausgeprägten Sachkenntnis – zum geschätzten Ansprechpartner auch und gerade im Hinblick auf veränderte klimatische Bedingungen und die daraus resultierenden Präventionsmaßnahmen und Klimafolgenanpassungen macht.

Uwe Bühning versteht sich dabei als Moderator scheinbar unterschiedlicher Interessen, die aber letztendlich doch ein gemeinsames Ziel haben, nämlich den Schutz unserer Ressourcen zum Erhalt unserer Lebensgrundlage und unseres Wohlstandes.

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Anschrift

Unterhaltungsverband Nr. 70 "Obere Hunte"
Im Westerbruch 67
49152 Bad Essen

Verbandsvorsteher: Hermann Steuwer
Geschäftsführer: Uwe Bühning

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Fax +49 5472 9443-30
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